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Startschuss für die Tram!

Tram für Kiel e.V. begrüßt den Antrag “Konzept für Stadtbahn jetzt entwickeln“, der nun in der Ratsversammlung mit überwältigender Mehrheit und den Stimmen der SPD, den Grünen, der FDP, den Linken, der Fraktion und des SSW beschlossen wurde.

Deutliche Mehrheit

Gestern Abend stimmte die Kieler Ratsversammlung mit großer Mehrheit für den Bau einer Stadtbahn.

Der Antrag wurde von sechs Fraktionen gemeinsam eingebracht und angenommen: SPD, Grüne, SSW, Linke, Die Fraktion (Piraten und Die Partei) und FDP sorgten für eine deutliche Mehrheit mit 71 % der Stimmen.

Gegen den Antrag und für einen Alternativantrag stimmte nur die CDU. Die AfD stimmte für keinen der Anträge, enthielt sich aber auch nicht.

Für den Fraktionsvorsitzenden der Linken, Stefan Rudau, war es ein schönes Signal, dass auch die kleineren Fraktionen von Anfang an mitgenommen würden. Egal ob FDP, Linke oder Piraten: die Redner zeigten sich sehr erfreut, dass man bei diesem ambitionierten Projekt jetzt gemeinsam an einem Strang ziehe.

Dazugelernt

Die Tram wird mit dem Antrag als zentrales Element einer Mobilitätswende erkannt.

Es wird nicht mehr nur eine Verbesserung der Mobilität der Kieler angestrebt, ein wesentliches Element des Antrags ist die Aufwertung des öffentlichen Raumes in der Stadt insgesamt.

Aus den Fehlern bei der StadtRegionalBahn wurde gelernt. Alle sollen von Anfang an mitgenommen werden: die Fraktionen werden über einen Lenkungskreis eingebunden und sind eingeladen, die Planungen mitzugestalten. In der Verwaltung wird ein ämterübergreifendes Projektteam gebildet, das insbesondere Stadt- und Verkehrsplanung miteinander verzahnen soll, aber auch Vertreter aus der Kieler Wirtschaft und Bevölkerung umfasst.

Die Fraktionsvorsitzender der FDP, Christina Musculus-Stahnke, erinnerte daran wie wichtig es sei, gerade die Anlieger und Einzelhändler frühzeitig zu informieren und einzubinden. Es sei in den letzten Jahren in Kiel zu sehen gewesen, wie sehr Unternehmen unter langwierigen Bauphasen litten. Es sei daher zu begrüßen, dass man dieses der FDP wichtige Anliegen im Planungsprozess berücksichtigen werde.

Explizit sollen frühzeitig aussagekräftige Visualisierungen des geplanten Zustands erstellt werden, um die Planungen besser zu vermitteln. Von Anfang an soll es eine intensive und umfassende Bürgerbeteiligung geben – zunächst ohne Vorfestlegungen hinsichtlich der zu realisierenden Linien.

Begleitend zur Konzeptentwicklung werden die technische und finanzielle Umsetzbarkeit vorbereitet: detaillierte Planungen und Einwerbung von Fördermitteln sollen schon während der Konzeptentwicklung angestoßen werden, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Daran erkennt man: es soll nicht ein weiteres Gutachten geben. Es ist der erste Schritt zum Bau der Tram getan.

Gutachter empfehlen eine Tram für Kiel

In der Debatte gab der Oberbürgermeister vermutlich erstmals das Ergebnis der bisher nicht veröffentlichten Weiterentwicklung des Verkehrsentwicklungsplan bekannt: die Gutachter sprechen sich demnach deutlich für die Realisierung einer Tram aus.

CDU wankt: Ja, aber

Die CDU hat ihre Fundamentalopposition offensichtlich aufgegeben. In der dem Antrag folgenden Aussprache machte Ratsherr Kruber für die CDU deutlich, dass sich die Kieler CDU nicht grundsätzlich gegen eine Stadtbahn stelle, eine solche vielmehr sogar für sinnvoll halte.

Kruber warf den Antragsstellern indes vor, die allgemeine Weiterentwicklung des ÖPNV durch ein ambitioniertes Projekt wie der Stadtbahn über Jahre zu verzögern. Sinnvoller sei es seiner Meinung daher, zunächst das bestehende Busnetz weiterzuentwickeln und im Hintergrund eine Stadtbahn zu planen.

Die anderen Fraktionen reagierten verwundert und verwiesen auf den in der Hinsicht recht deutlichen Antrag: die Stadtbahn sei nur ein Baustein der Weiterentwicklung des ÖPNV. Ratsherr Andre Wilkens von der SPD zeigte auf, welche Entwicklungen in den nächsten Jahren anstünden und zum Teil ohnehin bereits beschlossen seien: Beschaffung von E-Bussen, Ausweitung und Sanierung der Förderschifffahrt.

Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Gesa Langfeld, machte noch einmal deutlich, dass die Tram ein Ausbau und kein Ersatz des heutigen ÖPNV sei.

Oberbürgermeister Kämpfer zitierte dazu auch das in den kommenden Wochen zu veröffentlichende Gutachten zur Weiterentwicklung des Kieler ÖPNV, an dem seit fast zwei Jahren gearbeitet wird. Neben der klaren Empfehlung für eine Stadtbahn enthalte es auch eine Fülle an ergänzenden und alternativen Maßnahmen. Die Verwaltung wolle den ÖPNV in den nächsten Jahren in alle Richtungen weiterentwickeln. Kämpfer sprach von einem verzweifelten Versuch, eine Kontroverse zu konstruieren. Und zeigte sich erfreut, dass die CDU-Ratsfraktion eine Tram für Kiel im Prinzip unterstütze.

Ralf Meinke von der FDP sah die CDU zum Schluss der Debatte in der Sache schon ganz nah am Antrag der Tram-Koalition und machte das Angebot, dass man offen sei für einen Beitritt und bot der CDU an, an dem Lenkungskreis der Ratsfraktionen teilzunehmen.

Mehr Tempo!

Tram für Kiel freut sich über den erreichten breiten Konsens der Antragsteller über nahezu das gesamte Parteienspektrum. Wir begrüßen diesen wichtigen Schritt.

Nur die CDU steht – noch? – abseits. Auch wenn es Zeichen dafür gab, dass die CDU in der Tram-Frage inzwischen wankt und wir sogar von Tram-Befürwortern in den Reihen der CDU-Fraktion erfuhren, war das grundsätzliche Bekenntnis der Fraktionsführung zur Notwendigkeit einer Tram eine erfreuliche Überraschung.

Dabei schließen wir uns dem OB und den anderen Fraktionssprechern an: die CDU hat jetzt die Chance, ihre Bedenken einzubringen und den Prozess mitzugestalten. Wenn sie die Notwendigkeit einer Tram anerkennt, gibt es dafür eigentlich kein Hindernis mehr. Die CDU ist jetzt aufgefordert, konstruktiv mitzuarbeiten und nicht wieder den Vorteil in kontroversen Scheindebatten zu suchen.

Wir freuen uns, dass die Politik der Verwaltung mit dem Antrag ein klares und starkes Mandat erteilt hat und sind fest entschlossen den nun begonnenen Prozess zur konkreten Planung einer Tram für Kiel aktiv und eng zu begleiten. Die vorgesehene Konzeptionsphase bis 2020 ist unserer Meinung unerlässlich um die immensen verkehrs- und umweltpolitischen Herausforderungen, mit denen die Landeshauptstadt Kiel derzeit und zukünftig konfrontiert wird, breit und offen zu diskutieren.

Wir halten es aber für unbedingt notwendig, dass die Stadtverwaltung umgehend mit den notwendigen finanziellen und personellen Kapazitäten ausgestattet wird, um die Planungen schnellstmöglich zu konkretisieren.

Unser Ziel lautet: Erster Spatenstich 2023!

 

Die Kieler Ampel leuchtet: in allen Farben für die Tram

Marc Lévy (Cramos) CC-BY-SA 3.0

Am Sonnabend haben die Kreisverbände von SPD, Grünen und FDP mit jeweils deutlichen Mehrheiten für die Rathaus-Kooperation gestimmt. Teil des Kooperationsvertrags ist ein klares Bekenntnis zur Stadtbahn (Rn. 230):

Wir werden möglichst zeitnah die Entwicklung eines Konzeptes für eine Stadtbahn Kiel (Basis und mögliche Ausbaustufen, Linienführung, Querschnittsgestaltung, Förderung, Finanzierbarkeit etc.) auf den Weg bringen. Der Prozess soll bereits 2018 angeschoben und durch Haushaltsmittel im Jahr 2019 sichergestellt werden.

Die ambitionierten klima- und verkehrspolitischen Ziele, die in den letzten beiden Jahren im Rahmen der beiden Masterpläne Mobilität und 100% Klimaschutz erarbeitet wurden, werden als “verbindliche Grundlagen” anerkannt. Mit der noch für dieses Jahr erwarteten Fortschreibung des Verkehrsentwicklungplans sollen die Ziele spezifiziert werden und als konkreter Handlungsleitfaden für die kommunale Verkehrspolitik dienen.

Betont wird auch, dass bezahlbare und umweltfreundliche Mobilität für Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung unverzichtbar ist.

Die Ampelkooperation bekennt sich demnach eindeutig zur Verkehrswende und zur Notwendigkeit des Systemwechsels im Kieler Nahverkehr.

Tram für Kiel: “Wir haben in Kiel bereits viel Zeit verloren. Umso wichtiger ist, dass sich die Ampel im Kooperationsvertrag jetzt darauf verständigt hat, den Planungsprozess schon 2018 anzustoßen und auch mit den notwendigen Haushaltsmitteln auszustatten.”

Unbedingt zu begrüßen ist auch die Vereinbarung, dass die Tram zu einer attraktiveren Gestaltung des öffentlichen Raums führen soll. Die Tram wird nicht nur das attraktive und leistungsfähige Rückgrat des kommunalen Nahverkehrs sein, sondern im Rahmen einer integrierten Planung am Ende auch zu mehr Platz für Radverkehr und Fußgänger führen. Und von einer Abnahme des PKW-Verkehrs und lebenswerteren Einkaufsstraßen profitieren auch Wirtschaft und Einzelhandel.

Die Stadtbahn soll zu einer attraktiveren Gestaltung des öffentlichen Raumes führen und sich ins Stadtbild integrieren. Deshalb müssen alle Planungen zur Stadtbahn gemeinsam mit den Plänen zur Stadtentwicklung gedacht werden (Rn. 235).

Um die Akzeptanz der Kielerinnen und Kieler zu erreichen, wurde vereinbart, schon sehr frühzeitig eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung zu beginnen. Hierbei könnte man sich an den vielen erfolgreichen Beispielen anderer Städte aus dem In- und Ausland orientieren. Und mit der neuen Tram in Odense haben wir ein Musterbeispiel ganz in der Nähe.

Um bei der Realisierung der Stadtbahn eine hohe Akzeptanz bei Kieler*innen und der umliegenden Gewerbetreibenden zu erreichen, muss schon frühzeitig eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen. Dazu sind Online-Beteiligung, Workshops, ein Infopavillon, Broschüren und weitere Kommunikations- und Beteiligungsmittel zu entwickeln (Rn. 235).

Nach Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung soll die Entwurfsplanung begonnen werden, die unmittelbar in den Bau münden wird.

Kooperationsvertrag der Rathaus-Kooperation 2018

Beitragsbild: Marc Lévy (Cramos) CC-BY-SA 3.0

Heinrich Strößenreuther in Kiel: Vom Mut zur Verkehrswende

Am Dienstag, 03.07 findet ab 11:00 Uhr der diesjährige CAU-Fahrradaktionstag von AStA und Klik – klimakonzept 2030 statt. Und Tram für Kiel e.V. ist mit einem Stand vor dem Audimax vertreten.

Zudem wird es ab 18:00 im CAP3 (neben dem Uni-Hochhaus) ein Vortragsprogramm geben, in dessen Rahmen wir Heinrich Strößenreuther präsentieren können. Strößenreuther ist der der derzeit wohl prominenteste Fahrradaktivist und Initiator des erfolgreichen Volksentscheid Fahrrad in Berlin. Er wird berichten über den “Mut zur Verkehrswende – von Erfolgsbeispielen, Straßenbahn-Bündnissen und dem Schiss vor ‘ner Handvoll Autofahrer”.

Veranstaltungsseite des AStA

Ratsversammlung bekräftigt Auftrag: Verwaltung soll erste Stadtbahnlinie planen

Eine deutliche Mehrheit der Kieler Ratsversammlung hat am 15.03.18 für den Antrag von SPD und SSW gestimmt, die Verwaltung mit Planungen für eine erste Stadtbahnlinie zu beauftragen. Der Anfang soll mit einer Linie von der Fachhochschule zur Universität gemacht werden. Spätere Erweiterungen, vor allem nach Mettenhof, sollen dabei aber bereits jetzt berücksichtigt werden.

Mit dem Antrag wurden frühere Ratsbeschlüsse bestätigt. So erhielt die Verwaltung schon im Januar 2016 im Rahmen der Olympia-Bewerbung den Auftrag eine erste Linie zu planen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über Luftschadstoffe und Fahrverbote wurde dieser Auftrag noch einmal bekräftigt. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass im letzten Jahr erschienene Gutachten (v.a. Masterpläne Mobilität und 100% Klimaschutz) sich eindeutig für die Tram aussprachen.

Achim Heinrichs von der SPD betonte, dass es ein sinnvoll sei, mit einer Strecke zu beginnen. Rückblickend habe man mit der auf Eis gelegten StadtRegionalBahn zu groß gedacht und wohl viele Leute überfordert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung ermächtigt der Antrag den Oberbürgermeister aber dennoch, Gespräche über die StadtRegionalBahn wieder aufzunehmen, falls es angesichts der gegenwärtigen Probleme zu einem Umdenken in den Nachbarkreisen gekommen ist.

Er erinnerte auch noch einmal daran, dass der Busverkehr besonders im Bereich der Uni schon vor Jahren seine Grenze erreicht hat und es gerade dort keine Alternative zur Stadtbahn gebe.

Überraschend schlug Heinrichs vor, als Kompromisslösung die Tram zur Universität nicht über die Holtenauer Straße, sondern über den Westring zu realisieren. Er ging damit auf wiederholt von CDU und FDP vorgetragene Bedenken ein, die Holtenauer Straße sei ein zu sensibler Bereich für eine Stadtbahntrasse.

Lutz Oschmann (Grüne) führte noch einmal vor Augen, wieviele Menschen jeden Tag nach Kiel pendeln. So wurden letztes Jahr 66.000 Einpendler gezählt. Auch dies zwinge zu mutigeren Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV.

Die CDU sprach sich dennoch gegen den Antrag aus. Die Stadtbahn sei zwar wünschenswert, es sei aber keine Finanzierungsmöglichkeit erkennbar. Außerdem sei es nicht möglich, nördlich des Kieler Kopfbahnhofs eine Schienentrasse zu legen, so begrüßenswert dies auch sei. Insbesondere die Holtenauer Straße würde durch eine Trasse geschädigt werden.

Ein Änderungsantrag der Grünen fand keine Mehrheit. Die Grünen wollten bereits mit den ersten Planungen eine Anbindung Schilksees und des Kieler Südens prüfen lassen. Am Ende schlossen sie sich dem Antrag von SSW und SPD an.

Gegen beide Anträge sprachen sich CDU und FDP aus.

Für den Antrag stimmten am Ende SPD, SSW, Linke, Grüne und die fraktionslosen Ratsleute Rahim, Guttsche, Danker. Ratsherr Regener enthielt sich. Der Antrag fand damit eine Zweidrittelmehrheit. Insgesamt stimmten 35 Ratsleute für, 16 gegen den Antrag; es gab eine Enthaltung.

 

Haushaltsdebatte: Tram für SPD und Grüne immer noch auf der Tagesordnung

In der Haushaltsdebatte am 14.12.17 im Kieler Ratssaal stellten SPD und Grüne noch einmal klar, dass sie weiterhin eine Stadtbahn in Kiel realisieren wollen. Die Rathauskooperation aus SPD und SSW hält gemeinsam mit der Grünen Ratsfraktion 30 der 53 Sitze in der Kieler Ratsversammlung.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Friedrich Traulsen: Ich teile die Auffassung des Oberbürgermeisters, dass Fahrverbote für Kiel unangemessen sind. Eins ist doch klar: Die Menschen müssen zur Arbeit und die im Hafen umgeschlagenen Waren an ihr Ziel kommen. Dafür bedarf es neuer Formen der Mobilität und für die SPD ist damit auch ein modernes Nahverkehrssystem wie die Stadtbahn wieder auf der Tagesordnung! 

Fraktionsvorsitzende der Grünen, Lydia Rudow: Ein herber Rückschlag war, dass sich Rendsburg-Eckernförde von dem gemeinsamen Projekt der StadtRegionalBahn verabschiedet hat. Doch wir haben weitergedacht und vor einem Monat erfolgreich den Masterplan Mobilität in der Ratsversammlung verabschiedet. Der Plan eröffnet neue Chancen der interkommunalen Zusammenarbeit, denn nur gemeinsam können wir es schaffen, das hohe Pendler*innenaufkommen umweltverträglich zu gestalten. Und mit der Prüfung einer ersten Stadtbahnlinie auf Kieler Gebiet gehen wir weiter selbstbewusst voran. Denn Elektrobusse alleine reichen nicht aus, um die notwendigen Kapazitäten im Öffentlichen Personennahverkehr abzubilden.

Der für die Kiel-Region erstellte Masterplan Mobilität, der als eine Maßnahme die Errichtung eines “hochwertigen ÖPNV-Systems mit hoher Massenleistungsfähigkeit” vorsieht, wurde im November von den Körperschaften beschlossen. Das Gutachten zur Frage, wie dieses ÖPNV-System konkret aussehen kann und ob es eine Tram werden soll, wird im ersten Quartal des kommenden Jahres erwartet.

Luxemburg: die neue Tram fährt

Am 10. Dezember feierte Luxemburg die Eröffnung des ersten 4,6 km langen Abschnitts der neuen Stater Tram und zeigt damit eindrucksvoll, wie ein Stadtbahnsystem heute aussehen kann: ansprechend, modern, leise, leistungsfähig und umweltfreundlich.

Einen ersten Eindruck des Betriebs vermittelt folgendes Video:

Viele weitere Informationen zu diesem Projekt: http://www.luxtram.lu/de/

 

Umfassende Mehrheit für Stadtbahnplanungen – CDU gibt Blockade auf

In der Kieler Ratsversammlung wurde der Antrag zur Prüfung einer Stadtbahn mit großer Mehrheit angenommen. Der Antrag wurde von SPD, Grünen, Linken, SSW und einer Fraktionslosen unterstützt und fand damit eine deutliche Mehrheit. Damit ist der Sorge vor Stillstand im Kieler Nahverkehr vorerst abgeholfen.

Die Verwaltung hat nun den Auftrag, gemeinsam mit der nah.sh ein Konzept für eine erste Stadtbahnlinie zu entwickeln und dessen Realisierung und Finanzierung zu prüfen. Für diesen Schritt wird mit einem Aufwand von 2 Jahren gerechnet.

CDU ändert Richtung – Lehnt aber eine Kanalquerung ab

Mit einem Alternativantrag der Kieler CDU werden nur Ergänzungen eingebracht. Überraschend verweigert die CDU ihre Zustimmung zur Prüfung einer Stadtbahn nicht, sondern unterstützt sie mit ihrem fast wortgleichen Antrag sogar explizit. Eine Kanalquerung wird aber für nicht realisierbar gehalten und daher abgelehnt. Ergänzt wird der Antrag um die Forderung, Busse und Förderschiffahrt besser zu vernetzen. Ferner wird die Prüfung der Möglichkeit erbeten, Busse und Fördeschiffe auf emissionsarme oder gar -frei Antriebe umzustellen. Seit dem Ende der schwarz-grünen Koalition 2008 hatte die Kieler CDU das Vorhaben Stadt(Regional)bahn regelmäßig vehement abgelehnt.

Der Alternativantrag wurde überraschend auch von den 2 Vertretern der FDP getragen. Dabei war die mündlichen Begründung aber widersprüchlich. In der Debatte lehnte Ratsfrau Musculus-Stahnke das “Aufreissen” der Holtenauer Straße ab, befürwortete aber eine Reaktivierung von Hein Schönberg und eine Anbindung von Uni und Ostufer. Nichtsdestotrotz wurde der Antrag der CDU unterstützt.

Bis auf eine Enthaltung sprachen sich damit alle anwesenden Ratsmitglieder für eine Stadtbahn aus.

OB: Prüfung einer Stadtbahn sinnvoll

OB Kämpfer macht deutlich: „Ich sehe sowohl den Zeitpunkt als auch das geplante Vorgehen als große Chance an, ein von der Stadtgesellschaft sowie der Region breit getragenes Konzept zu entwickeln.“ Ziel müsse außerdem sein, möglichst das gesamte Stadtgebiet mit einem starken und nachhaltigen ÖPNV-Angebot zu versorgen. Untersucht werden soll dabei, welche Rolle eine mögliche Stadtbahn in diesem Zusammenhang spielen könne. Hier sei es besonders wichtig, um breite Unterstützung zu werben.

Auch nach Beendigung des Projektes StadtRegionalBahn bleibt der Ausbau von schienengebundenen Systemen verkehrspolitisch sinnvoll.“

OB Kämpfer: Gemeinsam den Kieler ÖPNV attraktiver machen

Verwaltung will Stadtbahn prüfen

Die Kieler Verwaltung wird am 21.01.16 einen Antrag in die Ratsversammlung einbringen, mit dem Stadtbahnplanungen beschlossen werden sollen.

Neues Konzept für den ÖPNV

Die Planungen sind Teil einer Überarbeitung des Gesamtsystems des Kieler ÖPNV. Bereits angestoßen ist der vom Land unterstützte Masterplan Mobilität für die KielRegion, mit dem Kiel und seine Nachbarn das Verkehrssystem der Region verbessern wollen. Nun kommt die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts speziell für Kiel hinzu.

Planungen für Stadtbahn – auch ohne Olympia

Am 15.10.15 hat die Kieler Ratsversammlung die Verwaltung gebeten, einen Planungsauftrag für eine Stadtbahn zu vergeben. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Olympiabewerbung Kiels der Stadtbahn Rückenwind geben kann.

Nach dem Aus der gemeinsamen Olympiabewerbung mit Hamburg hält die Verwaltung aber an dieser Absicht fest. Zur weiterhin notwendigen Steigerung der Leistungsfähigkeit des Kieler ÖPNV soll ein Stadtbahnsystem untersucht werden.

Erste Linie: Hbf – Universität – Friedrichsort – Schilksee

Für die erste Linie ist der Verlauf (Ostufer) – Hauptbahnhof – Uni – Wik – MFG5 – Friedrichsort – Schilksee vorgesehen. Eine Führung auf dem Ostufer ist bisher optional, für die Anbindung der Universität ist eine Stichstrecke von der Holtenauer Straße angedacht. In welchem Umfang und mit welchem Verlauf die erste Stadtbahnlinie in Kiel errichtet wird, ist damit noch nicht beschlossen. Insbesondere die Frage der Querung des Nord-Ostsee-Kanals ist noch nicht geklärt. Eine Nutzung der bestehenden Brücken scheint ausgeschlossen, die Kosten für einen Neubau sollen jetzt ermittelt werden.

Die Anbindung des Kieler Nordens, insbesondere des zu erschließenden MFG5-Areals, soll in verschiedenen Varianten untersucht werden.

Geschichte

Etwa 7 Jahre lang hat die Stadt Kiel versucht, mit den Nachbarkreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön und Neumünster eine StadtRegionalBahn zu realisieren. All die Jahre gab es keine Fortschritte, weil kein Einvernehmen mit den Kreisen erzielt werden konnte. Erst die Kommunalwahlen 2013 gaben dem Projekt wieder Schub – endlich waren in allen drei Körperschaften hinreichende Mehrheiten vorhanden. Dann dauerte es aber bis Oktober 2014, dass eine Einigung zwischen allen die SRB stützenden Fraktionen stand. Die Parlamente Kiels und Plöns stimmten dann auch für das gemeinsame Projekt. Aber in Rendsburg-Eckernförde scheiterte die Abstimmung im Dezember 2014 überraschend. Das notwendige Einvernehmen konnte nicht mehr hergestellt werden – im Mai 2015 beendete der Kieler OB Kämpfer das Vorhaben.