Weltweit

Karlsruhe

Das Karlsruher Modell gilt als die Mutter der Stadt-Regionalbahnsysteme. Betrieben wird es durch eine Kooperation zwischen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) sowie der Deutschen Bahn (DB). Zum Einsatz kommen Stadtbahn-Fahrzeuge der Firma DUEWAG, heute Siemens TS (Transportation Systems), die zu einem Großteil in den Jahren 1991 bis 2005 geliefert worden sind. Seit 1992 ist die Karlsruher Stadtbahn unterwegs. Die Grundlagen zu diesem System sind aber schon älter und datieren aus den 1960er Jahren, als die Albtalbahn bereits kaum genutzte Güterstrecken der DB für den Personenverkehr nutzte. Nachdem sich in der 1990ern innerhalb weniger Wochen nach Einführung die Fahrgastzahlen verfünffacht hatten, war auch kein politischer Widerstand mehr zu erwarten. Auch heute wird das über 600 km lange Streckennetz noch erweitert und ausgebaut.

Die nächste Erweiterung des Karlsruher Stadtbahn-Netzes soll Ende 2010 über Wörth hinaus bis Germersheim erfolgen. Derzeit werden sowohl die Strecke elektrifiziert als auch Stationen modernisiert oder neu angelegt.

Chemnitz

Im Chemnitz ist die Umspurung der Straßenbahn auf Normalspur bereits in den 1960ern geschehen, als die Stadt noch Karl-Marx-Stadt hieß. Die Einführung eines Stadtregionalbahnsystems begann erst 2002. Bei der ersten Strecke nach Stollberg wurde eine Ver-6-fachung der Fahrgastanzahl erreicht. Das Chemnitzer Modell ist dem Karlsruher Modell sehr ähnlich, allerdings bedeutend kleiner. Die Besonderheit in Sachsen ist die durchgängige Barrierefreiheit, da alle Stationen und Fahrzeuge, in diesem Fall die Variotram, für den Niederflurbetrieb ausgerichtet sind.

In den nächsten Jahren soll das Chemnitzer Modell weiter ausgebaut werden. Dazu wird seit 2009 der Chemnitzer Hauptbahnhof so ausgebaut, dass die Stadtbahn-Fahrzeuge vom Bahnhofsvorplatz über den Hauptbahnhof die Eisenbahngleise der Deutschen Bahn erreichen können. In einer 1. Ausbaustufe verkehren Stadtbahnen dann über den Hauptbahnhof hinaus nach Burgstädt (Erstaz des heutigen Citybahn-Vorlaufbetreibs) und Mittweida, in einer zweiten Ausbaustufe auch nach Hainichen (Ersatz des heutigen Citybahn-Vorlaufbetriebs) und Flöha.

Saarbrücken

Auch in Saarbrücken hat man sich ein Vorbild an Karlsruhe genommen und den Stadtregionalbahnbetrieb bereits 1997 aufgenommen. In Saarbrücken gab es wie in Kiel keine Straßenbahn mehr. Durch die großen Pendlerströme in der Stadt fuhren die Busse vorher teilweise im Minutentakt und das System arbeitete am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Da ein breit gefächertes Netz an Busspuren bestand, ergaben sich beim Bau der Innenstadtstrecke kaum Probleme. Der Modal Split des ÖPNV erhöhte sich durch die Saarbahn von 17% auf 22%. Durch die Lage in Grenznähe werden alle Ansagen auf Deutsch und Französisch vorgenommen. Die Strecke endet im Süden in Sarreguemines in Frankreich.

Als nördliche Verlängerung der Saarbahn soll 2009 der Abschnitt Riegelsberg Süd – Etzenhofen in Betrieb genommen und Ende 2010 der vorläufige Endpunkt Heusweiler Markt erreicht werden. Langfristig soll die Saarbahn bis Lebach verkehren.

Außerdem ist die Errichtung einer neuen Werkstatt in Saarbrücken-Brebach geplant.

Kassel

Betrieben wird die RegionTram in Kassel durch ein Joint Venture aus der Regionalbahn Kassel (RBK) und der DB Region Nord. Als Fahrzeuge kommen Alstom RegioCitadis Wagen zum Einsatz, die auch in Kiel bereits Probe fahren durften. Es handelt sich um Zweisystemfahrzeuge, die teilweise mit Dieselaggregat ausgestattet sind.

Der Betrieb wurde 2007 aufgenommen, wobei der Vorlaufbetrieb seit Juni 2001stattfand. Die Fahrzeuge sind nach Figuren der Grimmschen Märchenwelt, die in engem Zusammenhang mit Kassel stehen, benannt. Das Netz ist 184 km lang. Die an das RegioTram-Netz angebundenen Städte und Gemeinden gewinnen an Attraktivität. Modernisierte Stationen und Bahnhöfe, neue Haltestellen, ein dichterer Takt, komfortable Fahrzeuge – das erhöht deutlich die Lebensqualität der Bewohner. Probleme in der Innenstadt ist die größere Breite der RT-Wagen, so dass diese nicht auf allen Straßenbahnstrecken fahren können.

Odense

Die Stadt Odense (167.615 Einwohner) besaß bereits früher eine elektrische Straßenbahn, die bereits 1952 ihren Betrieb durch Busse ersetzte.

Am 14.3.2011 hat der Stadtrat in Odense parteiübergreifend beschlossen, die Einführung einer Stadtbahn zu favorisieren. Durchgeführte Voruntersuchungen zeigten, dass eine Letbane in Odense den ÖPNV stärken würde und so auf ökonomisch und ökologisch stabiler Grundlage die Stadt besser vernetzen würde. (Quelle: (Link), abgerufen am 18.7.2011)

Die erste, 14,5 Kilometer lange Strecke soll von Tarup über Bollbro, Vesterbro, die Stadtmitte, das Rosengårdcenter, Universität und neues Uniklinikum bis zum Bahnhof in Hjallelse führen. Später sollen noch zwei Abzweigstrecken zum Zoo und nach Vollsmose errichtet werden, wodurch ein H-Förmiges Netz entstehen soll. Sämtliche Parteisprecher im Reichstag haben sich bereits für die staatliche Förderung des Letbaneprojekts in Odense ausgeprochen. Quelle: (Link), abgerufen 16.7.2011)

Nantes

Montpellier

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