Luxemburg: die neue Tram fährt

Am 10. Dezember feierte Luxemburg die Eröffnung des ersten 4,6 km langen Abschnitts der neuen Stater Tram und zeigt damit eindrucksvoll, wie ein Stadtbahnsystem heute aussehen kann: ansprechend, modern, leise, leistungsfähig und umweltfreundlich.

Einen ersten Eindruck des Betriebs vermittelt folgendes Video:

Viele weitere Informationen zu diesem Projekt: http://www.luxtram.lu/de/

 

DUH-Klage: Kieler Verbände mahnen Ursachenbekämpfung an

Die Kieler Verbände Verkehrsclub Deutschland (VCD), Bund für Umwelt und Naturschutz, (BUND KG Kiel), Naturschutzbund Deutschland (NABU Kiel) und der Verein Tram für Kiel sehen das drohende Diesel-Fahrverbot in Kiel als Weckruf.

Kiel muss die Mobilität der Zukunft jetzt in Angriff nehmen. Allein die Symptome zu bekämpfen kostet viel Geld, ohne den Kielern Mehrwert zu bringen: Stickoxidbindende Spezialasphalte ändern nichts am Lärm, Diesel-Abgasfilter verhindern keinen Stau, Ventilatoren und Moosfilterwände keine Unfälle.

Und nichts davon macht die Stadt lebenswerter.

Die Bildung von Fahrgemeinschaften in Benzinern kann nur kurzfristig eine Option sein. Die Mobilität in Kiel muss insgesamt intelligenter und flexibler werden. Es muss für jeden möglich sein, das eigene Auto stehen lassen zu können, weil es immer eine attraktive Alternative gibt:

  • Kiel braucht hochwertige und sichere Fuß- und Radwege. Die Stadt ist hier zwar bereits auf einem guten Weg, muss diese Bemühungen jetzt aber noch intensivieren.
  • Der Nahverkehr muss bequem, schnell, günstig und immer verfügbar sein.

Und das Abgasproblem macht einmal mehr deutlich, dass Kiel eine Straßenbahn braucht: Abgasfrei und leistungsfähig. Ob zur Uni, auf der Holtenauer Straße, nach Mettenhof oder Richtung Ostufer, das Bussystem stößt täglich an seine Grenzen. Nur mit dem Bus werden wir die Straßen nicht entlasten.

09.11.17: Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, VCD, NABU, TfK: Kieler Verbände fordern Ursachen- statt Symptombekämpfung

Umfassende Mehrheit für Stadtbahnplanungen – CDU gibt Blockade auf

In der Kieler Ratsversammlung wurde der Antrag zur Prüfung einer Stadtbahn mit großer Mehrheit angenommen. Der Antrag wurde von SPD, Grünen, Linken, SSW und einer Fraktionslosen unterstützt und fand damit eine deutliche Mehrheit. Damit ist der Sorge vor Stillstand im Kieler Nahverkehr vorerst abgeholfen.

Die Verwaltung hat nun den Auftrag, gemeinsam mit der nah.sh ein Konzept für eine erste Stadtbahnlinie zu entwickeln und dessen Realisierung und Finanzierung zu prüfen. Für diesen Schritt wird mit einem Aufwand von 2 Jahren gerechnet.

CDU ändert Richtung – Lehnt aber eine Kanalquerung ab

Mit einem Alternativantrag der Kieler CDU werden nur Ergänzungen eingebracht. Überraschend verweigert die CDU ihre Zustimmung zur Prüfung einer Stadtbahn nicht, sondern unterstützt sie mit ihrem fast wortgleichen Antrag sogar explizit. Eine Kanalquerung wird aber für nicht realisierbar gehalten und daher abgelehnt. Ergänzt wird der Antrag um die Forderung, Busse und Förderschiffahrt besser zu vernetzen. Ferner wird die Prüfung der Möglichkeit erbeten, Busse und Fördeschiffe auf emissionsarme oder gar -frei Antriebe umzustellen. Seit dem Ende der schwarz-grünen Koalition 2008 hatte die Kieler CDU das Vorhaben Stadt(Regional)bahn regelmäßig vehement abgelehnt.

Der Alternativantrag wurde überraschend auch von den 2 Vertretern der FDP getragen. Dabei war die mündlichen Begründung aber widersprüchlich. In der Debatte lehnte Ratsfrau Musculus-Stahnke das “Aufreissen” der Holtenauer Straße ab, befürwortete aber eine Reaktivierung von Hein Schönberg und eine Anbindung von Uni und Ostufer. Nichtsdestotrotz wurde der Antrag der CDU unterstützt.

Bis auf eine Enthaltung sprachen sich damit alle anwesenden Ratsmitglieder für eine Stadtbahn aus.

OB: Prüfung einer Stadtbahn sinnvoll

OB Kämpfer macht deutlich: „Ich sehe sowohl den Zeitpunkt als auch das geplante Vorgehen als große Chance an, ein von der Stadtgesellschaft sowie der Region breit getragenes Konzept zu entwickeln.“ Ziel müsse außerdem sein, möglichst das gesamte Stadtgebiet mit einem starken und nachhaltigen ÖPNV-Angebot zu versorgen. Untersucht werden soll dabei, welche Rolle eine mögliche Stadtbahn in diesem Zusammenhang spielen könne. Hier sei es besonders wichtig, um breite Unterstützung zu werben.

Auch nach Beendigung des Projektes StadtRegionalBahn bleibt der Ausbau von schienengebundenen Systemen verkehrspolitisch sinnvoll.“

OB Kämpfer: Gemeinsam den Kieler ÖPNV attraktiver machen

Verwaltung will Stadtbahn prüfen

Die Kieler Verwaltung wird am 21.01.16 einen Antrag in die Ratsversammlung einbringen, mit dem Stadtbahnplanungen beschlossen werden sollen.

Neues Konzept für den ÖPNV

Die Planungen sind Teil einer Überarbeitung des Gesamtsystems des Kieler ÖPNV. Bereits angestoßen ist der vom Land unterstützte Masterplan Mobilität für die KielRegion, mit dem Kiel und seine Nachbarn das Verkehrssystem der Region verbessern wollen. Nun kommt die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts speziell für Kiel hinzu.

Planungen für Stadtbahn – auch ohne Olympia

Am 15.10.15 hat die Kieler Ratsversammlung die Verwaltung gebeten, einen Planungsauftrag für eine Stadtbahn zu vergeben. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Olympiabewerbung Kiels der Stadtbahn Rückenwind geben kann.

Nach dem Aus der gemeinsamen Olympiabewerbung mit Hamburg hält die Verwaltung aber an dieser Absicht fest. Zur weiterhin notwendigen Steigerung der Leistungsfähigkeit des Kieler ÖPNV soll ein Stadtbahnsystem untersucht werden.

Erste Linie: Hbf – Universität – Friedrichsort – Schilksee

Für die erste Linie ist der Verlauf (Ostufer) – Hauptbahnhof – Uni – Wik – MFG5 – Friedrichsort – Schilksee vorgesehen. Eine Führung auf dem Ostufer ist bisher optional, für die Anbindung der Universität ist eine Stichstrecke von der Holtenauer Straße angedacht. In welchem Umfang und mit welchem Verlauf die erste Stadtbahnlinie in Kiel errichtet wird, ist damit noch nicht beschlossen. Insbesondere die Frage der Querung des Nord-Ostsee-Kanals ist noch nicht geklärt. Eine Nutzung der bestehenden Brücken scheint ausgeschlossen, die Kosten für einen Neubau sollen jetzt ermittelt werden.

Die Anbindung des Kieler Nordens, insbesondere des zu erschließenden MFG5-Areals, soll in verschiedenen Varianten untersucht werden.

Geschichte

Etwa 7 Jahre lang hat die Stadt Kiel versucht, mit den Nachbarkreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön und Neumünster eine StadtRegionalBahn zu realisieren. All die Jahre gab es keine Fortschritte, weil kein Einvernehmen mit den Kreisen erzielt werden konnte. Erst die Kommunalwahlen 2013 gaben dem Projekt wieder Schub – endlich waren in allen drei Körperschaften hinreichende Mehrheiten vorhanden. Dann dauerte es aber bis Oktober 2014, dass eine Einigung zwischen allen die SRB stützenden Fraktionen stand. Die Parlamente Kiels und Plöns stimmten dann auch für das gemeinsame Projekt. Aber in Rendsburg-Eckernförde scheiterte die Abstimmung im Dezember 2014 überraschend. Das notwendige Einvernehmen konnte nicht mehr hergestellt werden – im Mai 2015 beendete der Kieler OB Kämpfer das Vorhaben.